Metal in Peking
Ab in den Untergrund. In die Garagenproberäume Pekings. Dort headbanged die chinesische Metal-Szene um die Wette.
Ja – böse Kinder. Martialisch, wild und finster. So gar nicht im Sinne des Zentralkomitees…! Das offizielle China kennt keine Metal-Szene, der Staatsapparat ignoriert sie. Noch…
Sänger Yong Cheng: "Na, bisher haben sie uns nicht eingesperrt, nur weil wir mit langen Haaren rumlaufen."
Lead-Gitarrist Ding Xin: "Klar, wenn wir ein offizielles Album hätten, würde die Zensur auf Gewalt und Sex stoßen – dann gäb’s Ärger."
Sängerin Shanshan führt seit vier Jahren eine Art Doppelleben. – Sie studiert Operngesang am staatlichen Musikkonservatorium. Ihre Lehrer dürfen auf keinen Fall wissen, dass sie in einer Metal-Band singt. Könnte Ihre berufliche Zukunft ruinieren. Und auch viele Mitschülerinnen finden es befremdlich.
Der Bassist Xiabao hat als einziger der Band einen „ordentlichen“ Job, verdient Geld. Mit langen Haaren eine Arbeit zu bekommen ist schwierig in China. Seine Firma hat eine Ausnahme gemacht. Der Grund: Sie verkauft Gitarren und da ist Xiabao nun mal Spezialist. Gut 100 Euro verdient er im Monat. Nicht viel, aber für Xiabao ist der Job wie geschaffen. – Auch wenn's am Anfang schwere Kämpfe gab.
Bassist Zhang Xiabao: "Zuerst wollte mein Chef dass ich mir die Haare abschneide. Aber das geht nicht. Für Metal-Heads sind die Haare wie für den Soldaten die Flagge. Nur mit Flagge ist der Soldat ein Soldat. Also hab ich auf meine langen Haare bestanden."
Der Kompromiss: Bei Kundenkontakt muss er sich einen Zopf binden. Der Kunde soll nicht verschreckt werden…
Nincsenek megjegyzések:
Megjegyzés küldése